Grundsatzprogramm
Für eine grüne und sozial gerechte Universität Bonn
Als grüne Hochschulgruppe der Universität Bonn ghg-campus:grün haben wir uns im Sommersemester 2009 neu gegründet, um eine Verbesserung der Hochschulbedingungen zu erreichen und grüne Ideen in der Bonner Hochschulpolitik zu vertreten. Wir setzen uns dabei für eine sozial gerechte, tolerante, nachhaltige und demokratische Universität ein.
Wir beteiligen uns an den Wahlen für Studierendenparlament und Gremien, um dort als starke Vertreter grüner und sozialer Politik auftreten zu können. Die Arbeit unserer Hochschulgruppe beschränkt sich aber selbstverständlich nicht nur auf die Gremien. Für uns ist es wichtig, auch außerparlamentarisch aktiv zu sein, so auf die hochschulpolitischen Rahmenbedingungen einzuwirken und grüne Werte zu vertreten. Dies beinhaltet auch, ein politisches Mandat wahrzunehmen und uns mit Themen, die über das rein hochschulpolitische Engagement hinausgehen, zu befassen.
Obwohl wir viele Grundüberzeugungen teilen, sind wir sowohl personell als auch inhaltlich unabhängig von Bündnis 90/Die Grünen.
Bildung für alle
Soziale Gerechtigkeit ist Grundpfeiler unseres politischen Verständnisses. Dies bezieht sich, durch unseren Handlungsrahmen vorgegeben, vor allem auf die Bildungspolitik. In der heutigen Welt ist Bildung eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am sozialen und ökonomischen Leben. Deshalb sollte diese für alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen zugänglich sein. Es darf nicht sein, dass Kinder aus einkommensschwächeren Familien einen Nachteil gegenüber Kindern wohlhabender Eltern haben.
Wir lehnen deshalb die Studiengebühren ab, da wir sie für unsozial und sozial selektierend halten. Durch sogenannte Studienbeitragsdarlehen werden Betroffene benachteiligt und ihnen wird der Zugang zur Bildung erschwert, da sie mit Schulden aus dem Studium gehen müssen.
Wir sehen außerdem die Gefahr, dass Studienkredite das BAföG-System langfristig ablösen und fordern dagegen eine Stärkung und einen Ausbau der BAföG-Programme, um mehr jungen Menschen den Zugang zur Bildung zu ermöglichen.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Umfeld der Universität
Dass Umweltschutz und nachhaltiges Handeln mehr denn je notwendig sind, stellt inzwischen in weiten Teilen der Gesellschaft einen Konsens dar. Nur so können die jetzigen Lebensbedingungen auch für künftige Generationen garantiert werden. Umweltschonendes und nachhaltiges Handeln ist für uns deshalb ein Gebot der Gerechtigkeit und Verantwortung kommenden Generationen gegenüber. Nur nachhaltiges Handeln ist auch zukunftsfähig. Dieses beginnt für uns an der Universität. Hier sehen wir viele Möglichkeiten Energie zu sparen, Müll zu verhindern und die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Deshalb tritt ghg-campus:grün für eine umfassende Gebäudesanierung ein, fordert Müll durch bessere Nutzung der vorhandenen Mittel zu vermeiden und kämpft dafür, langfristig den externen Energiebedarf auf ein Minimum zu reduzieren; etwa durch Solarkollektoren auf den großflächigen Universitätsdächern. Wir wollen die Uni Bonn zu einer grünen und zukunftsfähigen Universität machen.
Dazu gehört auch, dass die Möglichkeiten gegeben sind, die Vorlesungen und Seminare mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zu erreichen. Deshalb treten wir dafür ein, die Fahrradabstellmöglichkeiten und die Radwege in Bonn auszubauen.
Außerdem setzen wir uns dafür ein, lokal und biologisch erzeugte Lebensmittel zu fördern und den Studierenden in den Mensen ein Biomenü zu bezahlbaren Preisen anzubieten. Ebenso wollen wir einen Ausbau des Angebots von fair gehandelten Produkten an der gesamten Universität erreichen.
Tierversuche widersprechen unserem Grundverständnis, wonach alles Leben geachtet werden muss. Deshalb lehnen wir diese ab und fordern Tierschutz an der Universität.
Um der Notwendigkeit nachhaltigen Handelns im AStA gerecht zu werden und unsere umweltpolitischen Vorstellungen durchzusetzen, setzen wir uns für ein starkes Ökologiereferat ein.
Gleichberechtigung und Toleranz für alle Studierenden und Mitarbeiter der Universität
Wir setzen uns für Toleranz und Offenheit an der Universität ein. Niemand darf aufgrund des Geschlechts, der Herkunft, des Glaubens, der sexuellen Orientierung oder einer Behinderung diskriminiert werden. Ebenso stehen wir klar gegen Faschismus und rechtsextremes Gedankengut ein, wie es leider auch in Bonn in einigen Gruppierungen nicht nur toleriert, sondern sogar gefördert wird.
Wir streben danach, Gleichberechtigung in allen Bereichen des universitären Lebens zu erreichen. Studienbedingungen für Eltern oder Menschen mit Behinderung müssen verbessert werden. Hierbei trägt der AStA eine große Verantwortung, den Studierenden durch Beratungsangebote unterstützend zur Seite zu stehen.
Wir treten für eine Stärkung des LesBiSchwulenreferats ein, welches in der Vergangenheit nicht nur durch seine Angebote vielen jungen Menschen Orientierungshilfe und Unterstützung geboten hat, sondern auch einen Garant für die Berücksichtigung deren Interessen darstellt.
Wir setzen uns außerdem für eine weltoffene Uni ein, die es Studierenden aus dem Ausland ermöglicht unbürokratisch, gut betreut und gleichberechtigt in Bonn zu studieren. Dies bedeutet für uns insbesondere, Studierende aus anderen Ländern nicht zu benachteiligen. Deshalb begrüßen wir die Abschaffung der diskriminierenden Betreuungsgebühr für Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland. Auch grüne Hochschulgruppen an der Universität Bonn hatten sich lange um eine Abschaffung bemüht.
Mehr studentische Mitbestimmung
Demokratie ist für uns eine Grundüberzeugung. Alle sollen die Möglichkeit haben, eigene Vorstellungen in das Hochschulleben einzubringen und damit die Universität mitzugestalten. Deshalb setzt sich ghg-campus:grün Bonn für eine basisdemokratische Universität auf allen Ebenen ein, in der die Studierenden deutlich stärker als bisher an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden.
Das Studierendenparlament und der AStA tragen als Vertreter der Studenten Bonns gestalterische Verantwortung, welcher sie sich stellen müssen. Deshalb treten wir entschieden der fortschreitenden Entmachtung des Studierendenparlaments entgegen und setzen uns im Gegenteil für den Ausbau studentischer Mitbestimmung ein.
Um die Vorgänge an der Universität verständlich zu machen und niemanden auszuschließen, ist Transparenz notwendig. Dies bedeutet, dass die hochschulpolitischen Prozesse nachvollziehbar gemacht werden müssen. Wir setzen uns als Hochschulgruppe dafür ein, alle Studierenden sowohl in der Entscheidung als auch durch Informationen und Berichterstattung an den Entwicklungen zu beteiligen.
Transparenz muss natürlich auch im zentralen Organ studentischer Mitbestimmung – dem Studierendenparlament – herrschen. Jede Studentin und jeder Student soll erfahren können, was die gewählten Vertreter dort diskutieren und beschließen. Deshalb treten wir dafür ein, Sitzungsprotokolle für alle zugänglich zu machen.
Wir sind der Überzeugung, dass der AStA einen politischen Bildungsauftrag hat. Gerade an der Universität werden grundsätzlich prägende Erfahrungen gemacht und in vielen Bereichen der Grundstein für das gesamte Leben gelegt. Es ist aus diesem Grund eine wichtige Aufgabe, an der Universität politisches Bewusstsein zu schaffen und zu fördern, weshalb wir ein starkes Referat für politische Bildung befürworten.
Für eine bessere Lehre und gegen Kahlschlag im Bildungssystem
Als Hochschulgruppe treten wir für bessere Bildung an der Bonner Universität ein. Um eine gute Ausbildung zu gewährleisten, sehen wir es als Notwendigkeit an, den Studierenden eine gute Betreuung zur Seite zu stellen. Deshalb fordern wir ein besseres Betreuungsverhältnis und kritisieren den Stellenabbau in der Lehre.
Eine gute Universität zeichnet sich für uns außerdem dadurch aus, dass sie ein breites Spektrum an Studienangeboten zur Verfügung stellt. Dies gilt sowohl für das Angebot innerhalb eines Fachbereichs, als auch für die Vielfalt der angebotenen Studiengänge. Aus diesem Grund treten wir dafür ein, dass auch kleine Fachbereiche erhalten werden und diese nicht Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Es darf keine Einmischung der Wirtschaft in die universitäre Lehre geben!
Des Weiteren verfolgen wir die Umsetzung des Bologna-Prozesses mit Skepsis, da durch eine mangelhafte Umsetzung deutliche Mehrarbeit und Unsicherheiten für alle Betroffenen entstehen. Wir befürchten im Rahmen der Umstellung eine Einschränkung des Lehrangebots und der bereitgestellten Studienplätze. Es darf durch den Umbau des Studiensystems den Studierenden nicht der Zugang zu einem dem Diplom/Magister entsprechenden Studienabschluss verwehrt werden. Deshalb fordern wir, in jedem Studiengang für alle Studierenden ausreichend Masterplätze bereitzustellen.










