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Öko?Logisch! Tipps für den (studentischen) Alltag

11. Januar 2010 | Von Diana | Kategorie: Bio

froschkoenig
Zunächst einmal: Wofür steht ökologisches Handeln?

Ökologisch handeln bedeutet, bewusst, sparsam (effizient!) und verantwortungsbewußt mit den gegebenen Ressourcen umzugehen. Dabei sind mit Ressourcen Wasser, Energie (Strom, Heizenergie), Kraftstoff, aber zum Beispiel auch Nahrungsmittel und der Konsum als Ganzes gemeint. Allgemein gilt: weniger ist oftmals mehr. In der heutigen Gesellschaft ist Verschwendung oftmals an der Tagesordnung und sogar angesagt. Allerdings kann man auch ohne sie ganz wunderbar leben. Dieser Guide soll euch helfen, auf Energiefallen im Studentenalltag aufmerksam zu werden und möglicherweise dazu anleiten, euer bisheriges Handeln zu überdenken. Denn oftmals reichen nur sehr geringe Verhaltensänderungen aus, um Rücksichtnahme für die Umwelt zu zeigen, sei es durch Energiesparen oder bewusster Konsum von fair gehandelten Lebensmitteln. Im Folgenden wird eine nicht zu kleine Auswahl davon präsentiert:

Tipps zur regelmäßigen Anwendung:
Ein paar einfache Handgriffe sorgen dafür, dass die Leistung eurer Haushaltsgeräte für das eingesetzt wird, für das die Geräte schließlich angeschafft wurden. Je nach Nutzungshäufigkeit sollte man die nachfolgenden Dinge wenn sie fällig sind (i.d.R. alle drei bis sechs Monate) anwenden:

  • Wasserkocher u.ä. entkalken: billig und umweltfreundlich mittels Zitronensäure
  • Gefrierfach mal vollständig abtauen lassen: besonders jetzt während der kalten Jahreszeit günstig, da man das Gefrorene währenddessen auf den Balkon o.ä. legen kann
  • Heizung entlüften: die Luft in der Heizung schluckt Wärme. Die allermeisten Heizungen haben ein kleines Ventil, an welchem man die Luft entweichen lassen kann (aber Vorsicht: Topf drunterstellen!)
  • Staubsaugerbeutel rechtzeitig wechseln: ist er voll, sinkt die Leistung des Saugers stark ab. Nun die Leistungsstufe erhöhen macht den Staubbeutel auch nicht leerer,  erhöht dafür aber sinnlos eure Stromrechnung

Tipps für die Küche:

  • sparsam kochen: Wasser am besten mit Wasserkocher vorerhitzen, während dem Einfüllen in den Topf Herdplatte auf höchste Leistung schalten. Sobald das Wasser beginnt zu blubbern auf niedrigste Stufe runterschalten. Beim Elektroherd kann man den Herd ein paar Minuten vor Ende der Kochzeit ausschalten, da die Wärme noch wesentlich länger vorhanden ist als der Herd eingeschaltet
  • Deckel auf den Topf: ohne den Deckel benötigt man knapp das dreifache an Energie. Wenn das Kochgut danach hochkocht, ist das Indiz dafür, dass der Herd zuviel heizt. Hierfür gibt es eine einfache Lösung: runterschalten!
  • in die Röhre gucken: das Öffnen der Tür des heizenden Backofens kostet 20% der Energie. Betrachtet euer unfertiges Essen daher lieber öfter durch die Glasscheibe
  • Eierkocher statt Topf nutzen. Das spart Wasser und Strom. Wenn ihr (noch) keinen Eierkocher habt, reicht es auch, lediglich 3 cm Wasser in dem Topf zu erhitzen und die Eier mit dem Dampf zu garen. Das funktioniert übrigens auch mit Kartoffeln.
  • Dampfdrucktopf: teuer aber sehr effizient für Nahrung, die lange Garzeiten benötigt..
  • Spülmaschine statt von Hand spülen: ist bequemer und wesentlich effizienter (natürlich nur, wenn ihr sie voll macht)
  • ökologisches Spülmittel verwenden: schont die Hände und die Umwelt
  • Kühlschrank nur so kurz wie möglich öffnen, da die warme eingeströmte Luft wieder aufgeheizt werden muss
  • alte Energiefresser durch A++ Geräte ersetzen: auf die Lebensdauer der Geräte gerechnet, zahlt sich das aus
  • eingefrorene Lebensmittel schon am Vortag im Kühlschrank auftauen lassen, anstatt sie direkt vor Kochbeginn in die Mikrowelle zu legen. Das spart gleich doppelt, da sie dem Kühlschrank Arbeit abnehmen
  • für Hardcores: ungesalzenes Restwasser vom Eier-/Kartoffelkochen z.B. zum Pflanzengießen/Einweichen benutzen

Tipps fürs Bad

  • Wasser beim Zähneputzen nicht laufen lassen und einen Zahnputzbecher verwenden
  • auch beim Händewaschen nicht unnötig Wasser laufen lassen und bis auf wenige Ausnahmen kaltes Wasser benutzen
  • auch beim Duschen kann man enorm Wasser sparen, indem man das Wasser, während man sich einseift, ausschaltet
  • Warmduscher sein! 37°C reichen aus (es soll sogar Leute geben, die prinzipiell kalt duschen, brr..)
  • sparsam umgehen mit Duschgel etc.
  • auf tierversuchsfreie Kosmetik achten (die ist auch nicht wesentlich teurer als mit)
  • auf Föhnen so oft wie möglich verzichten. Die Haare trocknen auch von alleine und werden dadurch auch weniger geschädigt. Dann kann man auf spezielle Pflegeprodukte verzichten. Wenn’s dochmal sein muss: die Haare zuvor gut mit einem Handtuch trocknen. Denn das gute alte analoge Handtuch benötigt keinen Strom, der Föhn schon
  • Verpackungen aufschneiden: auch wenn’s nicht jedem liegt, aber in vermeintlich leeren Kosmetikverpackungen stecken bis zu 10% des ursprünglichen Inhalts. Ran an die Zahnpasta und Shampooreste! ;)

Tipps für den Wohnbereich

  • Energiesparlampen nutzen und nicht stundenlang nutzlos angeschaltet lassen: wem bringt es was, wenn ihr stundenlang weg seid, aber das Licht an ist?
  • Pulli statt Heizung: Die Heizung macht etwa 75% des durchschnittlichen Energieverbrauchs aus! Jedes niedrigere Grad zählt! Zimmertemperatur von 18-21°C reicht. Heizung runterschalten (aber nicht ganz aus), sobald ihr: verreist, bzw. euch zu Bett legt. Falls vorhanden, verwendet eine Zeitschaltuhr.
  • Heizung nur in kleinen Schritten erhöhen: durch die langsamere Leistungserhöhung wird für die gleiche Erhöhung der Raumtemperatur weniger verbraucht als ein plötzliches Hochschalten von 0 auf 5
  • Lüften: immer das Fenster ganz öffnen und Heizung vorher aus, anstatt mit Kippstellung. Bei der Kippstellung wird nicht nur jede Menge Energie verschwendet (zum Fenster rausgeheizt), sondern das kann auch bei kalter Witterung zu Schimmelbildung führen
  • falls es unter der Tür herzieht (Test durch Finger dran halten): Zugluftstopper davorlegen oder unsichtbare Fensterdichtungen unter die Tür kleben
  • Luftfeuchtigkeit überprüfen: sie sollte zwischen 40 und 60% liegen. Ist sie zu niedrig, wird die Raumtemperatur als niedriger empfunden als sie tatsächlich ist. Ist sie zu hoch, kann es zu Schimmelbildung kommen. Pflanzen tragen oftmals positiv zum richtigen Raumklima bei.

Tipps für den Stromverbrauch

  • wenn ihr nicht gerade in einem Wohnheim wohnt: informiert euch doch mal über die Preise der Ökostromanbieter! Zum Teil liegt die Grundgebühr eines Ökostromtarifs sogar unter der eines gewöhnlichen Tarifs. Allein für das Gewissen lohnt sich ein Wechsel allemal.
  • PC statt Laptop: sie sind dafür entwickelt, wenig Strom zu verwenden und für die allermeisten Anwendungen reicht ein Laptop locker aus. Während der Nutzung des Laptops an einer Steckdose den Akku zuvor entfernen. Das kombiniert mit gelegentlichem Totalentladen desselben erhöht massiv die Lebensdauer des Akkus.
  • Netzteile vom Laptop oder dem Handy nach der Nutzung aus der Steckdose ziehen. Diese verbrauchen auch ohne angeschlossenes Gerät Strom (als Beispiel verbraucht das Netzteil eines Dell XPS Laptops 11W!)
  • und auch hier kommt der Tipp mit der Mehrfachsteckdose mit Kippschalter gegen StandBy!

Tipps für Nahrungsmittel

  • mal nicht so geizig sein: Was?! Ja, das stimmt. Dass hochwertige Produkte teurer als der “Standard” sind, liegt daran, dass die Massenproduktion von Waren eigentlich immer viel günstiger ist. Das Geld wird dabei allerdings zumeist auch an falschen Stellen eingespart: am Futter und an der Haltung der Tiere, an dem Platz und den natürlichen Schutzmechanismen für Pflanzen, die letztendlich bei uns auf dem Tisch landen. Welche Kriterien gelten müssen, damit ein Produkt überhaupt das Bio-Siegel tragen darf, könnt ihr nachlesen unter: Bio-Siegel. Seht es einfach als eine Investition in euch selbst.
  • (mal) einen Bioladen aufsuchen: ein paar Adressen zum Laden eures Vertrauens findet ihr unter Bio in Bonn.
  • Kurz und schmerzlos: auf Fleisch verzichten
  • und wenn’s doch Fleisch sein muss: biologische Produkte wählen. Sie sind zwar um einiges teurer als die konventionellen, allerdings hat das Tier, das dort in der Kühltruhe liegt schließlich auch sein Leben für euch gelassen. Stammt es aus biologischer Aufzucht, habt ihr zumindest eine Garantie, dass es während Lebzeiten artgerecht gehalten wurde und mit natürlichen Futtermitteln gefüttert wurde.
  • Zu Fleisch und CO2: bevorzugt Hühnerfleisch gegenüber Schweinefleisch und das wiederum gegenüber Rindfleisch. Rinder produzieren das CO2 gegenüber 10 x klimaschädlichere Methan und benötigen um einiges mehr Wasser und Futter je Kilo produziertes Fleisch.
  • Waren mit zuviel Verpackung meiden (Beispiel: Gurken/Äpfel in Plastikhülle, Kochbeutelreis.. )
  • verwendet hauptsächlich Obst und Gemüse der Saison: Infos dazu unter Saisonkalender

Konsum-Tipps

  • sich nicht in jedem Laden eine Tüte geben lassen sondern selbst eine Tasche mitbringen. Auch wenn der Verkäufer blöd guckt: “nein danke, ich brauche keine Tüte!”. Gilt auch für den Supermarkt: einen Stoffbeutel mitnehmen oder einen herumstehenden Karton nehmen
  • nach Alternativen zu Baumwolle suchen: Baumwolle hat einen extrem hohen Wasserverbrauch! Wesentlich genügsamer sind da Leinen und Hanf. An der geringen Verfügbarkeit in den Läden kann nur eine steigende Nachfrage etwas ändern
  • seltener und dafür hochwertige Kleidung einkaufen
  • darauf achten, woher die Kleidung kommt, also wo sie produziert wurde. Im Zweifel beim Verkäufer nachfragen, ob die Ware auch garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt wurde. Leider muss man zumeist davon ausgehen, dass dies der Fall ist. Das liegt allerdings auch wiederum an dem Verlangen der Industrieländer, immer mehr Kleidung für immer weniger Geld zu erwerben. Kinderhände sind klein und geschickt und Kinder selbst extrem billig und nicht wehrhaft: super, um sie auszubeuten!
  • alternatives Geschenkpapier nutzen: muss man echt jedesmal neues Geschenkpapier haben?! Oder: es gibt kaum eine sinnlosere Verschwendung als durchsichtiges Geschenkpapier. Auch wenn die meisten Leute sehr verwöhnt sind: eine Zeitung oder ein bereits benutztes Geschenkpapier tuts auch. Oder vielleicht ein schicker Stoffbeutel? Oder sonst etwas kreatives..

Tipps für die Fortbewegung daheim und den Urlaub

  • in der Reihenfolge: zu Fuß/ Rad, Bus & Bahn, Auto, Flugzeug
  • Autofahrten einsparen: Sprit kostet Geld, das Studiticket(jetzt sogar in ganz NRW..) ist umsonst!
  • wenn’s dann doch das Auto sein muss: spritsparend fahren! Und zwar so: früh in höhere Gänge schalten, spät runterschalten. Auto vor einer roten Ampel mit eingelegtem Gang ausrollen lassen, Reifendruck kontrollieren und ggf. erhöhen, Ballast abwerfen, Sommerreifen so früh wie möglich aufziehen, vorrausschauend fahren, Auto bei längerem Stehen ausschalten und so weiter und so fort..
  • mit der Bahn in den Urlaub fahren: auch wenn sie ein wahrhaft gefräßiges Monster in Bezug auf Stromverbrauch ist: nehmt sie. Sie fährt sowieso. Das Auto könnt ihr dagegen stehen lassen. Und Strom lässt sich regenerativ herstellen, Sprit allerdings nicht.
  • oder noch besser: mit dem Rad. Dann hat man seinen Kindern später mal was zu erzählen: “Damals..”

Tipps für Sonstiges

  • in einer WG leben: spart z.B. Heizenergie
  • auf Bügeln kann man oft verzichten: Hemden noch feucht auf den Bügel hängen, Hosen im feuchten Zustand glatt streichen
  • auf Trockner verzichten: selbst im Winter benötigt geschleuderte Wäsche oftmals nicht länger als einen Tag, um zu trocknen. Und wenn’s doch mal sein muss: dafür sorgen, dass die Wäsche gut geschleudert wird. Denn die Waschmaschine benötigt zum Schleudern weniger Energie als der Trockner zum Aufheizen
  • sparsam mit dem Waschmittel umgehen: von mehr Waschmittel wird die Wäsche auch nicht sauberer, die Maschine braucht lediglich länger, das Mittel auszuwaschen (bzw. schafft es nicht ganz: weiße Flecken auf dunkler Wäsche sind die Folge)
  • Waschmaschine immer voll machen (es sei denn Wolle, Feines wird gewaschen)
  • mehrere Folien auf eine Seite und Duplex-Druck nutzen: (nicht nur) beim Druck von PDF-Dokumenten kann eingestellt werden, wieviele Seiten auf ein Blatt sollen. Bei den meisten Vorlesungen passen vier, bei manchen sogar sechs Folien auf eine Seite. Die Blätter zusätzlich doppelseitig bedrucken (Duplex) spart nochmal die Hälfte an Papier (und Platz im Ordner)
  • Bücher ausleihen statt kaufen: spart jede Menge Geld und Papier

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